Wieder einmal hat die N3 bewiesen, dass sie es versteht Fastnacht zu feiern ... hier ein kleiner Rückblick auf die beiden Fastnachtssitzungen 2010!


29. und 30. Januar 2010 in der Nibelungenhalle


"Ja wir Blau-Weißen, wir sind aus Eisen ... " - nach zwei gelungenen Fastnachtssitzungen wird ausgiebig gefeiert.

Eine Diashow der beiden Sitzungen - alle Bilder von Ludwig Heinz -

findet sich hier!

Viel Vergüngen und Helau!



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Ein Mitschnitt der Sitzung kann als DVD für 7,50 Euro bei Hubert Helwig per Mail bestellt werden.
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Klaus Jäger als Einhäuser Kerwevadder?

Gute Laune: Die "Närrischen Drei" packten in der Nibelungenhalle vier Stunden lang ein buntes Fastnachtspaket aus und heizten trotz Schneegestöber mächtig ein

Lorsch. Mit einem neuen Team an der Spitze läuteten die "Närrischen Drei" die fünfte Jahreszeit ein. Die blauen Garden schnürten ein buntes, vierstündiges Fastnachtspaket, das ihnen zur Premiere am Freitag zwar nicht ein ganz volles Haus, aber ein gut aufgelegtes Publikum bescherte. Sie setzten mit Büttenreden, Gardetänzen, und Ballett von Damen und Herren farbige Akzente im närrisch dekorierten Saal. Unter der Regie der Sitzungspräsidenten Lars Seehaus und Torsten Wienold heizte man zur Premiere die Nibelungenhalle kräftig ein, während draußen das Schneegestöber tobte. Wer kam, griff zuvor tief in die Verkleidungskiste und schwamm ausgelassen auf der närrischen Wellenlänge mit, klatschte, hüpfte und jubelte.

Die "N3" hat große personelle Potenziale in ihren eigenen Reihen aufzuweisen, wie zum Einstieg deutlich wurde. Während die Bläser vom Musikzug mit einem Faschings-Medley die Stimmung auf Hochtouren brachten, marschierten unter den Augen des Elferrats und dem erwartungsvollen Jubel des närrischen Volkes die blauen Garden ein. Die drangvolle Enge vor und auf der Bühne sprach eine deutliche Sprache.

Das Entree in der Bütt oblag Christiane Ludwig-Paul. Sie schöpfte ihre Möglichkeit aus, einen Rundumschlag durch die große und kleine Politik zu wagen und die lokalen Geschehnisse unter das närrische Mikroskop zu legen. Sie berichtete von der Qual der Wahl durch die Urnengänge und servierte köstliche Kabinettstückchen aus der Bundes- und Landespolitik.

Sie waren der Aperitif für die regionale Kost. Christiane Ludwig-Paul amüsierte sich köstlich darüber, dass Bensheims Bürgermeister Schirmherr der Heppenheimer Fastnacht wurde. "Das ist ja so, als würd' Klaus Jäger in Einhausen Kerwevadder werden." Christiane Ludwig-Paul gab ihren Gedankenläufen viel Spielraum, sinnierte über die Karolinger und das Weltkulturerbe und kam zu dem Schluss, dass Einhausen gut als "Lorscher Vorstadt" passen würde. Die Protokollerin lamentierte über das fehlende "stille Örtchen" im Stadtkern. Die "nette Toilette" in den Gastwirtschaften sei keine dauerhafte Alternative. Mit Scharfsinn, Kreativität und dem spitzen Stift einer Politikerin unterbreitete sie ganz andere Lösungen: Die schwarzen Plastiktüten, wie sie die Hundebesitzer schon benutzen, seien nicht die bequeme, aber billige Variante.

Vielfältige Themen schnitten die Büttenredner an. Rosi Fetsch stieg gut gepolstert aufs Podium. In schillernden Worten beschrieb und besang sie die Probleme der Dicken, die sich von einer Diät zur nächsten hangeln. Ihre Einsicht, "man kann halt aus einem Elefanten keinen Windhund machen', stieß in der "Nibelungenmanege" auf großen Beifall.

Stefan Mehl zog über das Thema "Eltern(teil)zeit" her. Er empörte sich mächtig darüber, dass nun auch Männer zur Hausarbeit verpflichtet werden und die Windeln des Nachwuchses wechseln sollen. Musikalisch untermalt von Peter Alexanders "Babysitter-Boogie" nahm er die neu aufkeimenden neuen Familienstrukturen mächtig aufs Korn. Emanzipation war ihm ein rotes Tuch.

Simon und Christoph Helwig, die "Zwaa, die nix sinn", sind ein fester Aktivposten der "N 3". Fanfarenmusik ertönte, als sie tölpelhaft auf die Bühne stürzten. Hochwasserhosen und dicke Brillen markieren ihr imposantes Äußeres.

Das Duo wagte den Ausflug durch die Publikumsreihen und hatte stets spontan einen passenden Kommentar auf den Lippen. Dabei stießen sie auf Gäste aus Einhausen, auf einen Masseur und ein Geburtstagskind. Nicht nur auf dem unbekannten Pflaster im Saal bewiesen sie närrische Selbstsicherheit. Mit Gitarre und Rhythmuskiste präsentierten sie im Stil von Moritaten Songs mit verwegenem Inhalt; sie besangen den Tropfen, der an der Nase hängt, oder die langen Schlangen, die Frauen bilden.

132 Tage waren es am Freitag noch bis zur Fußball-WM. Tanja Dohrmann und Christine Andes haben es nachgerechnet. Sie wollten den Saal auf das Großereignis einstimmen und schwenkten die Nationalfahne. Allerdings sparten sie nicht mit Seitenhieben gegen die Fußballhelden. Poldi und Ballack, Beckenbauer und vor allem Rehhagel lieferten ihnen das kabarettistische Futter. Rehhagel: "Wir spielen am besten, wenn der Gegner nicht da ist." "Wie wahr", meinten die zwei Damen mit höhnischem Blick.

Bauer sucht Frau: Ein gutes Thema für die Bütt, das sich Stefan Albert vorknöpfte. Er schilderte seine Versuche, die ihn zunächst in die Show "Bauer sucht Sau" führte. Die Fastnacht hatte viel für Auge und Ohr zu bieten. Die " N3"-Garde startete voll durch. Neun Herren und eine Dame schwangen sich wie federleichte Puppen durch den Raum, während fetziger Rock wie "Born to be wild" aus den Lautsprechern dröhnte. Neben Akrobatik überzeugte die Mannschaft mit einer temporeichen Choreographie. Sie zeigte ein Medley aus den letzten fünf Jahren. Denn für die Truppe um Simon Helwig und Lars Seehaus sollte es der letzte närrische Auftritt gewesen sein. Sie wollen der nächsten Generation Platz machen.

Die Mädchengarde setzte mit "Karneval in Venedig" einen bunten Farbtupfer. Zu höfisch angehauchter Musik legte sie einen flotten Tanz aufs Parkett, den sie auch darstellerisch schön untermalten.

Einen imposanten Eindruck hinterließ das Mädchenballett. Es setzte schmusigen Phil-Collins-Melodien in Szene.

Mitten in den Wilden Westen entführte der "Offiziers-Chor" des Offizierkorps. Die elf Männer wandten sich dem Abenteuer und Lagerfeuer der Westernromantik zu, sangen Johnny-Cash-Songs oder John Denvers "Country Road". Einen Cowboy-Clou landeten sie mit "Komm hol das Lasso raus", mit dem sie die Stimmung im Saal anheizten und das Publikum von den Stühlen rissen.

Mit Spannung erwarteten die Narren und Närrinnen das Männerballett. In diesem Jahr schlüpften sie in die Röcke von Stewardessen und ließen keinen Zweifel an einer weiblichen Identität aufkommen.

Einen fulminanten Schlusspunkt setzte das Damenballett, das das Publikum mit Rock 'n' Roll kräftig aufwirbelte.

Hier der Link zur Diashow des Bergsträßer Anzeigers.

Bergsträßer Anzeiger, 01. Februar 2010