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Startschuss für die Lorscher Straßenfastnacht beim Fastnachtstreiben der N3!
13. Februar 2010, 11.11 Uhr

Zusammen mit dem Bergsträßer Spielsmannszug aus Bensheim marschierte die Garde der N3 trotz Kälte und mancher Schneeflocke vom "Kapellche" bis in den alten Schulhof, um dort die Regentschaft über die Stadt zu fordern. Bürgermeister Klaus Jäger erkannte sofort, dass jeder Widerstand zwecklos ist und übergab kampflos im Namen des Magistrats den Rathausschlüssel an den Chef der N3, Vorsitzenden Heribert Koob. Bis zum Aschermittwoch regieren nun also die Narren über Lorsch ...

Natürlich präsentierten die verschiedenen Gruppen der N3 ihr tänzerisches Können. Mit dabei auch der Bergsträßer Spielmannszug, die 2. Tanzgarde der Lorscher Bürger-Funken sowie die Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Lorsch.

Hier ein paar Eindrücke vom Fastnachtstreiben 2010 der N3 ...

Viele weitere Schnapschüsse finden sich in dieser Diashow!



Narrhalla: Die Närrischen Drei organisierten rund ums Haus der Vereine ein buntes Programm

Klaus Jäger übergab den Schlüssel der Stadt

Lorsch. Die Fastnachter haben die Regentschaft über die Stadt über- und den Stadtschlüssel an sich genommen. Bis Aschermittwoch regieren nun Spaß und Frohsinn, worauf sich Bürgermeister Klaus Jäger gerne einließ. Beim Fastnachtstreiben der Närrischen Drei rund ums Haus der Vereine gab er den symbolischen Schlüssel bereitwillig heraus.

Die blau-weiße Fastnachtskorporation um Vorsitzenden Heribert Koob marschierte am Fastnachtssamstag in großer Zahl im "alten Schulhof" auf - begleitet vom 1. Bergsträßer Spielmanns- und Fanfarenzug aus Bensheim, bei deren Sitzung die N3 mit einigen Ballettformationen mitwirken, und von einigen Fastnachterinnen des katholischen Frauenbunds.

Heribert Koob forderte Bürgermeister Jäger in gereimter Form auf: "Ich verlang, wie's Brauch und Sitte, den Rathausschlüssel mit der Bitte: Bürgermeister, danke ab, zusammen mit dem ganzen Rat. Die Garde und der Elferrat stehen bereit zu regieren während der närrischen Zeit. Mit Liedern, Tänzen, närrischen Dingen, wollen wir nun das Zepter schwingen. Drum fordern wir friedlich, dennoch forsch: Gib uns den Schlüssel der Stadt Lorsch."

Vorher hatte Koob auf das Lorscher Stadtgeschehen geblickt und einige kritische Anmerkungen gemacht: "Da wäre zum einen die Dachmarke Lorsch. Viele meinen, die wäre fürn Oa... - Was sieht der Tourist, der durchs Städtchen schlendert, hat sich hier etwas geändert?"

Klaus Jäger antwortete seinerseits in gereimter Form auf Koobs Forderungen. Nach der Schlüsselübergabe erklärte Koob dann das Fastnachtstreiben für eröffnet.

Die N3 hatten dazu ihre Buden aufgebaut, wo für Essen und Getränke bestens gesorgt war. Auch ein Café im Vereinshaus öffnete seine Pforten. Und vor allem auf der Aktionsbühne im Freien wurde trotz frostiger Temperaturen einiges geboten. Neben dem 1. Bergsträßer Spielmanns- und Fanfarenzug sorgte auch der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr für ein Ständchen. Etliche Kinder- und Jugendgruppen der N3 sowie auch deren Showballett "FreixeNixe" präsentierten ihre Tänze und auch eine Tanzgarde der Bürger-Funken zeigte einen flotten Marsch.

Ein Bericht von Christine Andes,
Bergsträßer Anzeiger 15.02.2010



Närrische Schlüsselübergabe 2010 durch Bürgermeister Klaus Jäger

Helau, ihr Leute in der Runde,
vernehmt von mir die frohe Kunde,
der Magistrat dieser schönen Stadt,
steht zur Schlüsselübergabe parat.

Bei soviel närrischer Übermacht,
handelt der Magistrat mit viel Bedacht
und verliert keine Zeit,
gerne ist er zur Verhandlung bereit.

Als Unterhändler schickt er mich.
Die Fakten liegen auf dem Tisch.
Ich sage es euch unumwunden,
unsere Kasse ist sehr geschunden.

Finanz- und Wirtschaftskrise
brachten auch der Stadtkass’ Miese.
Auf Konsolidierung sind wir bedacht.
Die Frage ist nur, wie man das macht?

Soll der Magistrat in die Spielbank gehen,
um kräftig das Roulett zu drehen?
Dies geht natürlich nicht.
Er verletzt damit ja seine Pflicht.

Das Münzrecht der Reichsabtei gibt’s auch nicht mehr.
Ja, wo soll denn die Kohle?
Die Bürger wollen wir auch nicht schröpfen.
Der Haushalt bringt uns zum erschöpfen.

Der Magistrat muss mal pausieren,
um sich zu regenerieren
und zu rüsten für neue Taten,
die demnächst noch auf uns warten.

Als Beispiel nenne ich den ICE.
Diese Thema tut uns seit langem weh.
Will die Bahn uns überlisten
werden wir Lorsch zum gallischen Dorf aufrüsten.

Trotz aller Probleme, Reformen und Krisen,
lassen wir uns die Laune nicht vermiesen.
Lasst uns tanzen, schunkeln, lachen,
und so manchen Kokolores machen.

Mit mir gibt es keinen Streit.
Ohne weiteres bin ich bereit,
Euch den Schlüssel zu überreichen,
ihr könnt’ regieren dann ein Weilchen.

Vom Rathausturm erklingt, nah klar,
bis Aschermittwoch der Ritzamboa.
Den Sitzungssaal, den machen wir zu,
für die Stadtverordnete ist er dann tabu.

Uns macht es richtig Spaß,
im Saal und auf der Gass,
mit den Fastnachtern zu toben.
Euer Tun kann ich nur loben.

Bei uns hat die Fastnacht ein gutes Niveau,
darüber sind wir alle sehr froh.
Ich stelle fest, das ist kein Hohn,
ihr fühlt Euch verpflichtet einer schönen Tradition.

Ein herzliches Dankeschön, sei hierfür gesagt,
ohne Euch würde was fehlen in unserer Stadt.

Nun werde ich den Schlüssel übergeben,
dann lassen wir die Fastnacht hoch leben.
Deshalb zum guten Schluss,
der Lorscher Fastnachtsgruß,

ein dreifach kräftiges „Laurissa Helau!“

(Quelle: www.lorsch.de)